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GPAI-Checker Homepage checkts.gpa.at mit acht Themen-Quickstarts zu Kündigung, Urlaub, Gehalt, Mobbing und weiteren Arbeitsrechtsfragen
AI

GPAI-Checker - AI-Chatbot fürs österreichische Arbeitsrecht

GEWERKSCHAFT GPA
2026
Laufend (seit 2026)

GEWERKSCHAFT GPA

Kunde

2026

Jahr

Laufend (seit 2026)

Dauer

9

Technologien

Technologien

Next.jsNestJSTypeScriptMCPAnthropic ClaudeHoneyfield AI GatewayHoneyfield Agent Hubris-mcpPostgreSQL

Die Herausforderung

Arbeitsrecht ist einer der härtesten Usecases für AI-Chatbots. Die Daten aus dem laufenden Betrieb zeigen: 27 Prozent der Topic-Klicks fallen auf Überstunden, 17 Prozent auf Kündigung, 16 Prozent auf Mobbing, 15 Prozent auf Gehaltsfragen. Drei Viertel der Nutzung stecken in den schweren Themen.

Das macht den Usecase so anspruchsvoll. Ein halluzinierter Paragraph im Kontext von Mobbing oder Kündigung bleibt nicht bei peinlich. Er wird zum echten Problem. Wenn der Bot § 20 AngG sagt, dann muss es § 20 AngG sein. Es gibt keine graue Zone.

Der Kunde, die Gewerkschaft der Privatangestellten, wollte gemeinsam mit der Agentur Studio C eine Lösung, die Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern niederschwellige Erstinformation bietet - ohne jemals Rechtsberatung zu sein. Ein Werkzeug, das zwischen "Google-Suche nach kündigungsfrist österreich" und "Termin mit Jurist:in" eine brauchbare Zwischenstufe schafft. Zusätzlich gab es klare Anforderungen an DSGVO-Konformität, die Erkennung und Blockade persönlicher Daten im Input, und eine klare Abgrenzung von automatisierter Information und individueller Beratung.

Unsere Lösung

Wir haben die Standardhaltung von Large Language Models umgekehrt: Bei inhaltlichen Fragen muss der AI-Agent erst im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) suchen, bevor er überhaupt Paragraphen nennen darf. Ohne Quelle keine Zitation. Das ist Tool-Use als Pflicht, nicht als Option. Anschließend gleicht das System jede genannte Gesetzesstelle gegen die Suchergebnisse ab. Stimmt eine Referenz nicht überein, wird sie markiert und geloggt.

Die wichtigsten Architektur-Entscheidungen:

  • ris-mcp als offenes Fundament: Die RIS-Integration wurde als eigenständiger MCP-Server entwickelt und auf GitHub veröffentlicht (github.com/Honeyfield-Org/ris-mcp-ts). Abgedeckt: Bundesrecht, Landesrecht, Verordnungen - mit Caching für wiederkehrende Recherchen.
  • Honeyfield AI Gateway: DSGVO- und DORA-konformer Zugriff auf die Foundation-Modelle, zentrale Schicht für Rate-Limits, Observability und Guardrails.
  • Honeyfield Agent Hub: Orchestrierung der Agent-Logik - Tool-Use, Eval-Pipelines, Handoff-Mechanik und Auto-Rollback bei gescheiterten Health-Checks.
  • 80+ strukturierte Governance-Regeln: Pflicht-Disclaimer bei Kündigungsfragen, Handoff-Zwang bei Mobbing, Verbot konkreter Beratungsempfehlungen, Quellenpflicht bei Paragraphen-Nennung - fest verdrahtet, nicht als Prompt-Text.
  • PII-Blocking: Erkennung persönlicher Daten im Input; Namen, Sozialversicherungsnummern und Adressen werden blockiert, bevor sie ins Modell gelangen.
  • Automatisches Handoff-Angebot bei sensiblen Themen wie Kündigung, Mobbing und Insolvenz - in die Antwort eingefügt, nicht als Option am Rand.
  • Testsuite mit Baseline-Vergleichen: Jede Prompt- oder Tool-Änderung muss eine Sammlung typischer Fragen bestehen, bevor sie in Produktion geht.
  • Expert-in-the-Loop: Die Rechtsexpert:innen der GPA waren während der gesamten Testphase Teil des Systems, nicht eine Prüfinstanz am Ende.

Das Design-Framework

Um das Ganze legt sich ein klarer Rahmen: Disclaimer-Modal beim ersten Besuch, permanenter Hinweisstreifen oben, Warn-Emoji am Ende jeder Antwort. Der Bot behauptet nirgends, Rechtsberatung zu sein - er bleibt Erstinformation und sagt das laut.

Ergebnisse

Der GPAI-Checker ist unter checkts.gpa.at produktiv im Einsatz und wird aktiv von den Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern der GPA genutzt.

Belastbare Verhaltensmuster aus dem laufenden Betrieb:

  • 88 Prozent der Nutzer:innen klappen den Paragraphen unter einer Antwort auf - die Quellentransparenz wird aktiv genutzt.
  • 12 Prozent klicken direkt weiter ins Rechtsinformationssystem des Bundes.
  • Zwei Drittel der Handoffs zu den GPA-Berater:innen kommen aus der Sidebar, der Rest über Mobile und Widget.
  • Drei Viertel der Nutzung entfällt auf die schweren Themen (Überstunden, Kündigung, Mobbing, Gehalt).

Technische Ergebnisse:

  • Produktionsreifer Domain-Chatbot mit verifizierter Quellenpflicht - keine halluzinierten Paragraphen.
  • Open-Source-MCP-Server (ris-mcp) als Nebenprodukt, offen auf GitHub.
  • Funktionierende Eval-Pipeline mit automatischen Regressions-Checks vor jedem Deployment.
  • Auto-Rollback im AgentHub verhindert, dass die Produktion je in einem kaputten Zustand bleibt.

Fazit

Der GPAI-Checker zeigt, dass AI in regulierten Domänen funktioniert - wenn man die Architektur ernst nimmt. Drei Prinzipien haben sich durchgezogen: Tool-Use als Pflicht (ohne RIS-Treffer keine Zitation), Handoff als Feature (bei Kündigung und Mobbing kann der Bot gar nicht weiterreden, er übergibt), und Governance in strukturierten Regeln statt in Prompt-Text.

Das Muster funktioniert nicht nur für Arbeitsrecht. Versicherung, HR, Steuerberatung - überall wo ein falscher Paragraph richtig weh tut. Mit Studio C und der GPA haben wir den Beweis geliefert, der unter checkts.gpa.at läuft.

Danksagung

Ein Dank geht an Studio C für die präzise Kundenvertretung, die starke Briefing-Arbeit und die gemeinsame Projektführung. Und an die GPA, für den mutigen frühen Einsatz von AI im Mitgliederservice und für Rechtsexpert:innen, die sich die Zeit genommen haben, den Bot Stück für Stück zu kalibrieren.

Projektdetails

Ein Domain-Chatbot mit strikter Zitationspflicht: ohne Quelle aus dem RIS keine Paragraphen-Nennung. Handoff zur menschlichen Beratung bei sensiblen Themen.

Screenshots

GPAI-Checker Antwort auf Kündigungsfristen-Frage mit Staffelung nach Dienstjahren und Zitation von § 20 AngG aus dem RIS
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