
Vom Software-Dienstleister zur AI-Company: Wie wir Honeyfield umgebaut haben
KI im Unternehmen einführen: Wie eine 10-Personen-Agentur Entwicklung, Vertrieb und Buchhaltung auf KI umgestellt hat. Ehrlicher Bericht, Teil 1.

Sprachmodelle antworten flüssig über österreichisches Recht, nachschlagen können sie es nicht. Der offene RIS-MCP-Server verbindet Claude mit dem Rechtsinformationssystem des Bundes. Dieser Leitfaden zeigt das Setup und drei echte Recherchen aus Bundesrecht, Judikatur und Landesrecht.
Sprachmodelle reden flüssig über österreichisches Recht. Nachschlagen können sie es nicht. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie das ändern.
Fragen Sie ein Sprachmodell nach der Kündigungsfrist für Angestellte. Sie bekommen in drei Sekunden eine Antwort, mit Paragraphen. Sie klingt sicher. Nachprüfen können Sie sie nicht.
Der Grund liegt in der Bauweise. Ein Sprachmodell hat sehr viele Texte gelesen und daraus Wahrscheinlichkeiten gelernt. Beim Antworten schlägt es nichts nach. Was herauskommt, ist die plausibelste Fortsetzung, nicht der Inhalt einer Datenbank. Für eine Zusammenfassung reicht das. Für eine Fundstelle nicht.
Es gibt eine offizielle Quelle für österreichisches Recht, und sie ist offen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Claude damit verbinden.
Im Rechtsinformationssystem des Bundes, kurz RIS. Es liegt beim Bundeskanzleramt, kostet nichts und braucht keine Anmeldung. Darin stehen das konsolidierte Bundesrecht, das Landesrecht aller neun Bundesländer und die Judikatur. Dazu kommen Bundes- und Landesgesetzblatt, Regierungsvorlagen, Gemeinderecht und einiges mehr.
Das RIS hat außerdem eine offene Schnittstelle, die Open-Government-Data-API des Bundeskanzleramts. Sie ist kostenlos und ohne Schlüssel nutzbar. Nur folgt ihre Struktur der Verwaltung, nicht der Frage. Eine OGH-Entscheidung liegt unter der Gerichtsbarkeit „Justiz", eine Entscheidung der Datenschutzbehörde unter „Dsk". Konsolidiertes Bundesrecht liegt in einer anderen Sammlung als Begutachtungsentwürfe.
Wer im RIS sucht, muss also vorher wissen, wo er sucht. Ein Sprachmodell weiß das nicht. Es rät. Genau an dieser Stelle setzt ris-mcp an.
ris-mcp ist ein MCP-Server: ein kleines Programm, das einem KI-Assistenten Werkzeuge in die Hand gibt. Das Model Context Protocol ist der offene Standard dafür, wie Assistent und Werkzeug miteinander sprechen. Wie das technisch funktioniert, erklären wir in MCP Server erklärt: Wie Claude und ChatGPT an echte Daten kommen. Hier geht es um die Anwendung.
Der Server bringt dreizehn Werkzeuge mit, je eines pro RIS-Bereich. Abgedeckt sind Bundesrecht mit historischen Fassungen zum Stichtag, Landesrecht aller neun Bundesländer und Judikatur aus 16 Gerichtsbarkeiten. Dazu kommen beide Gesetzblätter, Regierungsvorlagen, Gemeinderecht, acht weitere Sammlungen und die Änderungshistorie. Alle dreizehn lesen nur. Schreiben kann der Server nicht.
Jeder Treffer kommt mit Dokumentnummer, fertiger Zitierzeile und Link ins RIS. Wo eine PDF-Fassung existiert, steht sie daneben. Der Code liegt unter MIT-Lizenz auf GitHub, das Paket heißt ris-mcp-ts. Sie brauchen keinen API-Schlüssel, und es fallen keine Kosten an. Entstanden ist der Server als Fundament des GPAI-Checkers der Gewerkschaft GPA. Die technischen Details stehen auf der Projektseite zu ris-mcp.
Voraussetzung ist Node.js in Version 20.19 oder neuer. Sonst müssen Sie nichts installieren. npx lädt den Server beim Start und hält ihn aktuell.
Claude Desktop. Öffnen Sie Settings > Developer > Edit Config. Die Konfigurationsdatei liegt hier:
~/Library/Application Support/Claude/claude_desktop_config.json%APPDATA%\Claude\claude_desktop_config.jsonTragen Sie diesen Block ein:
{
"mcpServers": {
"ris": {
"command": "npx",
"args": ["-y", "ris-mcp-ts"]
}
}
}
Danach Claude Desktop neu starten. Ein Hinweis, der Zeit spart: Die Schaltfläche „Add custom connector" nimmt ausschließlich entfernte Server über HTTP an. Ein lokaler Server wie dieser muss in die JSON-Datei.
Claude Code. Ein Befehl im Terminal genügt:
claude mcp add ris -- npx -y ris-mcp-ts
Cursor und VS Code. Beide lesen eine eigene Konfigurationsdatei mit demselben Inhalt, .cursor/mcp.json beziehungsweise .vscode/mcp.json. Die fertigen Blöcke dafür stehen im README des Projekts, zusammen mit Windsurf.
Die folgenden drei Recherchen haben wir am 8. September 2026 live ausgeführt. Trefferzahlen, Dokumentnummern und Datumsangaben stehen so im Text, wie sie zurückkamen. Ein Hinweis vorweg: Das RIS ist eine deutschsprachige Datenbank. Fragen Sie auf Deutsch.

Wie lang ist die Kündigungsfrist für Angestellte nach § 20 Angestelltengesetz?
Claude greift zum Werkzeug ris_bundesrecht und setzt zwei Filter: Titel „Angestelltengesetz", Paragraph 20. Zurück kommen genau zwei Treffer, beide mit der Zitierzeile „Art. 1 § 20 Angestelltengesetz".
Der erste trägt die Dokumentnummer NOR40198599. Er beruht auf BGBl. Nr. 292/1921, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2017, und ist seit 1. Jänner 2018 in Kraft. Ein Außerkrafttretens-Datum steht nicht dabei. Das ist die geltende Fassung. Der zweite Treffer, NOR12092389, galt von 1. Jänner 1993 bis 31. Dezember 2017.
Sie bekommen also beides auf einmal, die aktuelle Fassung und die Vorfassung, jeweils mit Datum. Für einen Sachverhalt aus 2016 greifen Sie zum zweiten Treffer.
Welche OGH-Entscheidungen zur Verjährung gibt es aus 2026?
Hier greift ris_judikatur. Claude setzt die Gerichtsbarkeit auf „Justiz", das Gericht auf „OGH" und das Entscheidungsdatum ab 1. Jänner 2026. Sortiert wird nach Datum, das Neueste zuerst.
Das Ergebnis: 145 Treffer. Die erste Seite zeigt zehn davon, weiterblättern geht in der Liste. Darunter die Entscheidung 7Ob88/26f vom 18. August 2026, Dokumentnummer JJT_20260818_OGH0002_0070OB00088_26F0000_000.
Interessant ist der oberste Treffer. Er trägt die Rechtssatznummer RS0016473 und hängt an einer langen Kette von Geschäftszahlen, von 6Ob46/59 bis 9Ob18/26a. Zuletzt fortgeschrieben wurde er am 31. August 2026. Das RIS unterscheidet Rechtssatz und Entscheidungstext, und der Server sucht standardmäßig beides. Sie sehen den fortgeschriebenen Rechtssatz und die einzelnen Entscheidungen nebeneinander.

Was steht im Salzburger Bautechnikgesetz?
ris_landesrecht, Bundesland Salzburg, Titel „Bautechnikgesetz". Zurück kommen 274 Treffer. Der oberste hat die Dokumentnummer LSB11000262 und den Kurztitel „§ 0 Bautechnikgesetz". Daneben steht: LGBl Nr 75/1976, aufgehoben durch LGBl Nr 1/2016, außer Kraft mit 30. Juni 2016.
Das ist der lehrreiche Teil dieser Suche. Die 274 Treffer sind überwiegend alte Fassungen eines Gesetzes, das seit 2016 nicht mehr gilt. Ein Modell, das aus dem Gedächtnis antwortet, hätte Ihnen davon nichts gesagt. Hier steht das Außerkrafttretens-Datum in der Trefferzeile.
Die zweite Suche mit dem Titel „Bautechnikgesetz 2015" liefert einen einzigen Treffer: LSB40018115. Der Kurztitel lautet „§ 1 Salzburger Bautechnikgesetz 2015 (LGBl Nr 1/2016)", in Kraft seit 1. Juli 2016. Das ist die geltende Rechtslage.
In Claude bleibt es nicht bei einer Textantwort. Alle elf Such-Werkzeuge liefern dieselbe interaktive Trefferliste. Sie blättern darin vor und zurück, ohne die Suche neu zu tippen. „Im RIS öffnen" öffnet das Dokument im Browser. „Volltext in den Chat" holt den ganzen Text ins Gespräch. Wo eine PDF-Fassung existiert, gibt es dafür einen eigenen Knopf. Helles und dunkles Design richten sich nach dem Host.
Für lange Dokumente gibt es einen zweiten Baustein, einen Viewer mit Gliederung. Er lädt beim Scrollen abschnittsweise nach. Das ist kein Luxus. Ein konsolidiertes österreichisches Gesetz kann eine Viertelmillion Zeichen umfassen, gemessen haben wir 264.000. Der Textblock einer einzelnen Antwort ist bei uns auf 25.000 Zeichen gedeckelt.
Ein Client ohne Unterstützung für diese Widgets bekommt trotzdem alles. In Claude Code etwa sehen Sie die normale Textantwort, unverändert. Die Trefferliste ist eine Zugabe, keine Voraussetzung.
Bei diesem Setup läuft er auf Ihrem eigenen Rechner. npx startet ihn lokal, Claude Desktop spricht ihn über Standardein- und -ausgabe an. Es gibt keinen Zwischenserver von uns.
Ihre Suchanfragen verlassen den Rechner trotzdem, und zwar in eine Richtung. Suchbegriffe und Filter gehen an die offene RIS-Schnittstelle des Bundeskanzleramts, so wie bei einer Suche auf ris.bka.gv.at.
Der Chatverlauf selbst ist eine andere Frage. Den verarbeitet der Anbieter Ihres Assistenten, nach dessen Nutzungsbedingungen. Lesen Sie die, bevor Mandantsdaten in ein Chatfenster wandern. Das gilt unabhängig von diesem Server.
Bleibt die inhaltliche Grenze. ris-mcp liefert Fundstellen, keine Rechtsauskunft. Der Server sagt Ihnen, wo etwas steht, und gibt den Text dazu. Ob die Norm auf den Fall passt, entscheiden Sie. Zur Zeitersparnis gegenüber der RIS-Weboberfläche haben wir keine Messung. Deshalb steht hier keine Zahl dazu.
Der Weg oben setzt eine Konfigurationsdatei oder ein Terminal voraus. Ein gehosteter Connector für Claude.ai und ChatGPT ist in Vorbereitung.
Was aus derselben Anbindung in einem fertigen Produkt wird, zeigt der GPAI-Checker der Gewerkschaft GPA. Dort darf der Chatbot keinen Paragraphen nennen, den er nicht vorher im RIS gefunden hat. Aus dem laufenden Betrieb stammt eine Zahl, die uns überrascht hat. 88 Prozent der Nutzer:innen klappen den Paragraphen unter einer Antwort auf. Wie das gebaut ist, steht in der Case Study zum AI-Chatbot der GPA.
Sie planen etwas Ähnliches für Kanzlei, Rechtsabteilung oder Fachbereich? Wir haben den Baustein darunter veröffentlicht und das Muster darüber gebaut. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch.

KI im Unternehmen einführen: Wie eine 10-Personen-Agentur Entwicklung, Vertrieb und Buchhaltung auf KI umgestellt hat. Ehrlicher Bericht, Teil 1.

Zwei Jahre KI-Automatisierung im eigenen Unternehmen: was messbar besser wurde, was gescheitert ist und was wir heute anders machen würden. Das Serien-Finale.

Einen KI-Chatbot erstellen, der wirklich hilft: Wie der Honeyfield Agent Hub Chatbots für Unternehmen in Tagen liefert – automatisch DSGVO-konform.