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RIS MCP Server - Open Source für österreichisches Recht
AI

RIS MCP Server - Open Source für österreichisches Recht

HONEYFIELD GMBH
2026
Laufend (seit 2026)

HONEYFIELD GMBH

Kunde

2026

Jahr

Laufend (seit 2026)

Dauer

11

Technologien

Technologien

TypeScriptNode.jsMCP (Model Context Protocol)MCP AppsExpressZodCheerioVitepnpmGitHub ActionsRIS OGD API v2.6

Die Herausforderung

Der GPAI-Checker der Gewerkschaft GPA sollte Arbeitnehmer:innen Erstinformation zum Arbeitsrecht geben. Eine Regel stand von Anfang an fest: ohne Treffer im Rechtsinformationssystem des Bundes keine Paragraphen-Nennung. Damit war die Aufgabe gesetzt. Wir brauchten einen Server, der das RIS für ein Sprachmodell lesbar macht.

Das RIS des Bundeskanzleramts hat eine offene Schnittstelle, die Open-Government-Data-API. Sie ist kostenlos und gut dokumentiert. Für Menschen.

Die Struktur folgt der Verwaltung, nicht der Frage. Wer im RIS sucht, muss vorher wissen, wo er sucht. Konsolidiertes Bundesrecht liegt in einer anderen Applikation als Begutachtungsentwürfe. Eine OGH-Entscheidung liegt unter der Gerichtsbarkeit „Justiz", eine Entscheidung der Datenschutzbehörde unter „Dsk". Ein Sprachmodell weiß das nicht. Es rät. Genau das darf im Rechtskontext nicht passieren.

Ein falscher Paragraph ist kein Schönheitsfehler. Sagt ein Assistent „§ 20 AngG", dann muss es § 20 AngG sein. Eine graue Zone gibt es hier nicht. Die Standardhaltung von Sprachmodellen ist genau umgekehrt. Sie antworten aus dem Gedächtnis und belegen nachträglich, wenn überhaupt.

Österreichische Gesetze sprengen jede Antwort. Ein konsolidiertes Gesetz im RIS kann eine Viertelmillion Zeichen umfassen. Gemessen haben wir 264.000. Der Textblock einer Antwort ist bei uns auf 25.000 Zeichen gedeckelt. Wer das ignoriert, liefert dem Modell einen abgeschnittenen Gesetzestext und merkt es nicht.

Warum offen und nicht intern. Die Anbindung hätte im GPAI-Checker verschwinden können, als Modul unter vielen. Das RIS ist aber öffentliches Recht, und die API ist Open Government Data. Ein geschlossener Konnektor auf eine offene Datenquelle wäre die falsche Antwort gewesen. Also liegt der Server unter MIT-Lizenz auf GitHub. Die Details zum Chatbot stehen auf der Projektseite zum GPAI-Checker.

Unsere Lösung

ris-mcp ist ein MCP-Server: ein kleines Verbindungsstück, das einem KI-Assistenten Werkzeuge in die Hand gibt. Das Model Context Protocol ist der offene Standard dafür, wie Assistent und Werkzeug miteinander reden. Wie das technisch funktioniert, erklären wir im Artikel MCP-Server: Claude an echte Daten anbinden.

Dreizehn Tools statt drei Quellen. Jedes Tool bildet einen Teil des RIS ab, mit denselben Filtern wie die Weboberfläche.

  • Bundesrecht in der konsolidierten Fassung, dazu Begutachtungsentwürfe und englische Übersetzungen. Über einen Stichtag holen Sie die Rechtslage, wie sie an diesem Tag gegolten hat.
  • Landesrecht aller neun Bundesländer.
  • Judikatur aus 16 Gerichtsbarkeiten: OGH, VfGH, VwGH, BVwG, LVwG, Datenschutzbehörde und weitere. Auch die 2014 aufgelösten Senate sind dabei, ihr Bestand bleibt durchsuchbar. Filtern lässt sich nach Gericht, Datum, Geschäftszahl, Norm und 38 OGH-Fachgebieten.
  • Bundes- und Landesgesetzblatt, authentisch ab 2004 und im Altbestand zurück bis 1945.
  • Regierungsvorlagen, Gemeinderecht und Kundmachungen der Bezirksverwaltungsbehörden.
  • Acht weitere Sammlungen, von Ministerratsprotokollen bis zu den Verlautbarungen der Sozialversicherung.
  • Änderungshistorie über 36 Anwendungstypen, gelöschte Dokumente eingeschlossen.
  • Volltextabruf über die Dokumentnummer. 43 Präfixe sind hinterlegt, damit der Server weiß, welches Kürzel in welche Sammlung gehört.

Der Beleg statt der Behauptung. Jeder Treffer kommt mit einer fertigen Zitierzeile, der Dokumentnummer und einem Link ins RIS. Wo eine PDF-Fassung existiert, steht sie daneben. Der Volltext geht immer vollständig in den Chat, auch wenn der Client mehr kann. Der Server liefert damit Quellen, keine Rechtsauskunft. Die Bewertung bleibt bei der Juristin und beim Juristen.

Eine Trefferliste für elf Suchen. Alle elf Such-Tools liefern dieselbe interaktive Liste. Sie blättern darin, ohne die Suche neu zu tippen. Ein Klick öffnet das Dokument im RIS, ein zweiter holt den Volltext in den Chat. Hell- und Dunkelmodus richten sich nach dem Host. Die Liste läuft in Claude und auch in ChatGPT. Ein Client ohne Unterstützung für diese Widgets bekommt die vollständige Textantwort, unverändert. Das Widget war nie als einzige Kopie geplant.

Der Fall mit der Viertelmillion Zeichen. Für lange Dokumente gibt es einen eigenen Viewer. Er zeigt die Gliederung, springt in Abschnitte und lädt beim Scrollen nach. Der Viewer adressiert über Zeichen-Offsets genau den Text, den der erste Abruf erzeugt hat. Ein geöffnetes Dokument bleibt dafür zehn Minuten im Speicher. Suchanfragen laufen immer live gegen das RIS.

Kein API-Key, kein Login. Der Server spricht die Open-Government-Data-API v2.6 des Bundeskanzleramts. Im Code steht keine Zeile Authentifizierung. Sie starten ihn mit einem Befehl:

claude mcp add ris -- npx -y ris-mcp-ts

Für Claude Desktop, Cursor, VS Code und Windsurf steht die Konfiguration im README. Jeder andere MCP-Client startet den Server mit npx -y ris-mcp-ts.

Ergebnisse

Aus dem Nebenprodukt wurde ein eigenes Werkzeug. Seit Februar 2026 sind 21 Releases erschienen, das Paket liegt als ris-mcp-ts auf npm. Der Code steht unter MIT-Lizenz auf GitHub.

Was heute gebaut und geprüft ist:

  • 13 Tools über sämtliche großen RIS-Sammlungen, alle ausschließlich lesend.
  • 1.554 automatisierte Tests, 1.118 für den Server und 436 für die Widgets.
  • Continuous Integration auf Node 20 und 22, wöchentliches CodeQL-Scanning, Veröffentlichung auf npm über OIDC ohne Token.
  • 130 Commits seit Ende Januar 2026. Jede Architekturentscheidung steht mit Datum und Messung in einer eigenen DECISIONS-Datei.

Was der Server im GPAI-Checker leistet. Dort ist er die Quelle, gegen die jede genannte Gesetzesstelle geprüft wird. 88 Prozent der Nutzer:innen klappen den Paragraphen unter einer Antwort auf. 12 Prozent klicken von dort weiter ins RIS. Wie das entstanden ist, steht in der Case Study AI-Chatbot fürs Arbeitsrecht.

Was wir nicht behaupten. Zur Zeitersparnis gegenüber der RIS-Weboberfläche haben wir keine Messung. Also steht hier keine Zahl dazu. Auch Nutzerzahlen nennen wir nicht: npm-Downloads zählen jeden npx-Aufruf mit, auch aus der CI. Die Trefferliste rendert in ChatGPT, wir haben dort aber nicht jedes Detail nachgemessen. Und der Server bleibt eine Rechercheschicht: er liefert Fundstellen, keine Rechtsberatung.

Fazit

Bei Rechtsrecherche entscheidet die Quelle unter dem Modell. Ein Assistent ohne Anbindung an das RIS liefert plausible Sätze über österreichisches Recht. Ein Assistent mit Anbindung liefert eine Dokumentnummer, die Sie nachschlagen können. Genau diese Schicht ist ris-mcp, offen und nachprüfbar.

Sie bauen eine eigene Lösung für Kanzlei, Rechtsabteilung oder Fachbereich? Wir haben das Muster im GPAI-Checker gebaut und den Baustein darunter veröffentlicht. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch.

Projektdetails

Offener MCP-Server für das Rechtsinformationssystem des Bundes: dreizehn Tools für Bundesrecht, Landesrecht, Judikatur und Gesetzblätter. Jede Antwort trägt Dokumentnummer und Link ins RIS, ohne API-Key und unter MIT-Lizenz.

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